Seminar: Geflüchtete in Deutschland – Herausforderungen in der Arbeit mit geflüchteten, psychisch belasteten Menschen

am 02. und 03. Juli 2020 im Zentrum für Trauma- und Konfliktmanagement (ZTK) in Köln

 

Die Flüchtlingswelle ist inzwischen abgeebbt, die Phase der Akutversorgung abgeschlossen. Viele Menschen, die in den letzten Jahren nach Deutschland fliehen mussten, sind nun dauerhaft in den psychosozialen Hilfesystemen präsent. In den Trauma- und Suchtberatungsstellen, bei Ärzten, in den Kindergärten und den Schulen und ebenso in den Jobcentern und Verwaltungen. Sie sollen mittel- und langfristig in unsere Gesellschaft integriert werden, und das in einer Zeit, in der Geflüchtete immer häufiger mit Misstrauen, Stigmatisierung, Ablehnung oder Feindseligkeit begegnet wird.

 

Menschen, die fliehen mussten, sind infolge der Fluchtursachen, aber auch aufgrund der Erfahrungen, die sie auf der Flucht gemacht haben, psychisch belastet, sie haben Angst, stehen unter Stress, trauern und sind häufig traumatisiert. Eine adäquate pädagogische oder psychologische/therapeutische Behandlung erhalten nur Wenige.


Der Alltag vieler Geflüchteter ist zudem geprägt von dem Leben in Sammelunterkünften, einer unklaren Zukunftsperspektive, der Angst um in der Heimat verbliebene Familienmitglieder, Beschäftigungslosigkeit, der Unsicherheit wegen des ungeklärten Aufenthaltsstatus. Dazu kommen die mittlerweile offen erlebte Ablehnung und Übergriffe aus Teilen der Bevölkerung und der Politik.

 

Die Herausforderungen, vor die die Menschen gestellt werden, die beruflich oder ehrenamtlich mit Geflüchteten arbeiten, aber auch die Risiken, denen sie selbst ausgesetzt sind, sind vor diesem Hintergrund enorm. Unterstützung im Alltag, die Integration der Menschen, der Umgang mit den belastenden Ereignissen, Sprachbarrieren usw. sind nur einige Themen, mit denen die verantwortlich Tätigen täglich konfrontiert sind.

 

Dies kann auf Dauer zu Frustration, Erschöpfung und Überforderungsgefühlen führen oder gar in Feindseligkeit der Klientel gegenüber umschlagen.

 

Das zweitägige Seminar richtet sich an Mitarbeitende in Behörden und Beratungsstellen, Jugendämtern und Flüchtlingsunterkünften, Lehrkräfte und ehrenamtliche Helfer.

 

Inhalte des Seminars:

 

  • Grundlagen der Psychotraumatologie
  • Herausforderungen und Risiken in der Arbeit mit psychisch belasteten, traumatisierten Menschen
  • Vermittlung von Handlungsstrategien
  • Kulturspezifische Aspekte und Besonderheiten in der Arbeit mit Geflüchteten  
  • Deeskalation in Konfliktsituationen
  • Übertragung von belastenden Gefühlen wie Hilflosigkeit und Ohnmacht auf professionelle Helfer (Sekundärtraumatisierung)
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle, Haltung und Einstellung
  • Psychohygiene und Selbstfürsorge

 

Ein Verständnis für das Verhalten psychisch belasteter, geflüchteter Menschen soll vermittelt und entsprechende Handlungsstrategien miteinander erarbeitet werden. Das Seminar ist praxisnah ausgerichtet und gibt Fallbeispielen der Teilnehmer ausreichend Raum.

 

Referent: Dipl.-Psych. Thomas Weber, Geschäftsführer der Zentrum für Trauma- und Konfliktmanagement (ZTK) GmbH. Fortbildungen in Institutionen und Verwaltungen (u.a. für Justizvollzugsanstalten, Kliniken, kommunale Jobcenter) zu Themen der Psychotraumatologie, Notfall- und Krisenmanagement, Kollegialen Unterstützungssystemen, Arbeit mit Migrantinnen und Migranten, zum Umgang mit psychisch auffälligen und traumatisierten Klienten/Kunden – Krisenmanagement.

Entwicklung des interdisziplinären Konzepts der mittelfristigen Nachsorge für Gewalt- und Unfallopfer und nach sog. Großschadensereignissen (SIN-Konzept). Entwicklung des Konzepts der kollegialen Nachsorge nach berufsbedingten Übergriffen.

Gründer und Leiter der psychologisch-psychotraumatologischen Gutachtenstelle des ZTK mit Schwerpunkt Asyl- und Ausländerrecht. Leiter der mittel- und langfristigen psychologischen Nachsorge u.a. nach den Amokläufen von Winnenden und Emsdetten, nach dem Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine (für die Lufthansa AG). Betreuung einer Hilfsorganisation weltweit im Bereich Stressmanagement und Nachsorge nach traumatischen Erfahrungen. Einsätze in Krisenregionen weltweit.

 

Kursgebühr: 275,00 €

 

In den Teilnahmegebühren sind die Seminarunterlagen sowie Getränke und Gebäck enthalten.

Kurszeiten: 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr

 

 



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