Flüchtlinge in Deutschland – Herausforderungen in der Arbeit mit geflüchteten, psychisch belasteten Menschen

Die Flüchtlingswelle ist mittlerweile abgeebbt, die Phase der Akutversorgung abgeschlossen. Viele Menschen, die in den letzten Jahren nach Deutschland fliehen mussten, sind nun dauerhaft in den psychosozialen Hilfesystemen präsent. In den Trauma- und Suchtberatungsstellen, bei Ärzten, in den Kindergärten und den Schulen und ebenso in den Jobcentern und Verwaltungen. Sie müssen mittel- und langfristig in unsere Gesellschaft integriert werden, und das in einer Zeit, in der Flüchtlingen immer häufiger mit Misstrauen, Stigmatisierung, Ablehnung oder Feindseligkeit begegnet wird.

 

Menschen, die fliehen mussten, sind infolge der Fluchtursachen, aber auch aufgrund der Erfahrungen, die sie auf der Flucht gemacht haben, psychisch belastet, sie haben Angst, stehen unter Stress, trauern und sind traumatisiert. Eine adäquate pädagogische oder psychologische/therapeutische Behandlung erhalten nur Wenige.

 

Der Alltag vieler Geflüchteter ist zudem geprägt von dem Leben in Sammelunterkünften, einer unklaren Zukunftsperspektive, der Angst um in der Heimat verbliebene Familienmitglieder, Beschäftigungslosigkeit, der Unsicherheit wegen des ungeklärten Aufenthaltsstatus. Dazu kommen die mittlerweile offen erlebte Ablehnung und Übergriffe aus Teilen der Bevölkerung und der Politik.

 

Die Herausforderungen, vor die die Menschen gestellt werden, die beruflich oder ehrenamtlich mit Flüchtlingen arbeiten, aber auch die Risiken, denen sie selbst ausgesetzt sind, sind vor diesem Hintergrund enorm. Unterstützung im Alltag, die Integration der Menschen, der Umgang mit den belastenden Ereignissen, Sprachbarrieren usw. sind nur einige Themen, mit denen die verantwortlich Tätigen täglich konfrontiert sind. Dies kann auf Dauer zu Frustration, Erschöpfung und Überforderungsgefühlen führen oder gar in Feindseligkeit der Klientel gegenüber umschlagen.

 

Das zweitägige Seminar richtet sich an Mitarbeiter von Behörden und Beratungsstellen, Jugendämtern und Flüchtlingsunterkünften, Lehrkräfte und ehrenamtliche Helfer.

 

Inhalte des Seminars

  • Grundlagen der Psychotraumatologie
  • Herausforderungen und Risken in der Arbeit mit psychisch belasteten, traumatisierten Menschen
  • Vermittlung von Handlungsstrategien
  • Kulturspezifische Aspekte und Besonderheiten in der Arbeit mit Flüchtlingen
  • Deeskalation in Konfliktsituationen
  • Übertragung von belastenden Gefühlen wie Hilflosigkeit und Ohnmacht auf professionelle Helfer (Sekundärtraumatisierung)
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle, Haltung und Einstellung
  • Psychohygiene und Selbstfürsorge

 

Ein Verständnis für das Verhalten psychisch belasteter, geflüchteter Menschen soll vermittelt und entsprechende Handlungsstrategien miteinander erarbeitet werden. Das Seminar ist praxisnah ausgerichtet und gibt Fallbeispielen der Teilnehmer ausreichend Raum.

 

Referent:

Dipl.-Psych. Thomas Weber, geboren 1967. Geschäftsführer des Zentrums für Trauma- und Konfliktmanagement (ZTK) GmbH. U.a. Leiter der mittelfristigen psychologischen Nachsorge nach den Amokläufen von Winnenden und Emsdetten für den gesetzlichen Unfallversicherungsträger. U. a. Betreuung einer Hilfsorganisation weltweit im Bereich Stressmanagement und Nachsorge nach traumatischen Erfahrungen. Gründer und langjähriger Leiter der psychologisch-psychotraumatologischen Gutachtenstelle, mit Schwerpunkt Asyl- und Ausländerrecht. Fortbildungen in Institutionen und Verwaltungen u.a. zu Themen der Psychotraumatologie, Notfall- und Krisenmanagement, zuletzt vermehrt zur Arbeit mit Flüchtlingen.

 

Kursgebühr: 275,00 €

(In den Teilnahmegebühren sind Seminarunterlagen sowie Getränke und Gebäck in den Kaffeepausen enthalten)

Kurszeiten: 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr

 

Bei Rückfragen steht Ihnen Frau Zapatka gerne zur Verfügung.



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